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Wissen

PEMF verstehen.

Woher die Technologie kommt, wie sie auf Zellebene wirkt und was die Forschung dazu sagt. Ehrlich, verständlich und mit Quellen.

Was ist PEMF?

Ein Magnetfeld, das im Rhythmus pulsiert.

PEMF steht für „Pulsed Electromagnetic Field“, also pulsierendes elektromagnetisches Feld. Gemeint ist ein Magnetfeld, das in einem festgelegten Rhythmus an- und abschwillt. Erzeugt wird es durch Strom, der in kurzen Impulsen durch eine Spule fließt – bei HIPPOFLOW durch die Schlaufe.

Magnetfelder sind überall

Die Erde selbst ist von einem Magnetfeld umgeben, an dem sich Zugvögel und viele andere Tiere orientieren. Auch der Körper erzeugt eigene elektrische Signale – beim Herzschlag oder bei jeder Muskelbewegung.

Was „pulsierend“ bedeutet

Ein Dauermagnet erzeugt ein statisches Feld. PEMF dagegen verändert sich ständig – und genau diese Veränderung ist entscheidend: Ein sich änderndes Magnetfeld kann im Gewebe feine elektrische Ströme anregen, ohne Elektroden und ohne Hautkontakt.

Die drei Stellschrauben

Frequenz – wie oft das Feld pro Sekunde pulsiert (Hz).
Intensität – wie stark das Feld ist.
Pulsform – wie ein einzelner Impuls verläuft.

Zusammen ergeben sie einen Modus. HIPPOFLOW arbeitet im Bereich von 1 bis 15 Hz.

Was PEMF nicht ist: keine Elektrotherapie (es fließt kein Strom über Elektroden ans Pferd), keine Wärmetherapie (das Gewebe wird nicht nennenswert erwärmt) und keine Strahlung im Sinne von Röntgen oder Radioaktivität – PEMF arbeitet mit sehr niederfrequenten Feldern.

Wirkung auf Zellebene

Was im Körper passiert.

Um zu verstehen, warum PEMF erforscht und eingesetzt wird, lohnt sich ein Blick in die kleinste Einheit des Körpers: die Zelle.

Schematische Darstellung · Zelle unter dem Einfluss eines pulsierenden Magnetfelds
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Die Zelle als Batterie

Jede Zelle hat an ihrer Membran eine elektrische Spannung – das Membranpotenzial. Es ist wichtig für den Stoffaustausch: Nährstoffe hinein, Stoffwechselprodukte hinaus.

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Belastung

Nach intensiver Arbeit, mit zunehmendem Alter oder in Phasen hoher Belastung kann sich dieses Gleichgewicht verschieben. Die Zelle arbeitet weniger effizient.

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Der Impuls

Pulsierende Magnetfelder können im Gewebe schwache elektrische Ströme anregen. Die Forschung untersucht, wie sie den Ionenaustausch, die Mikrozirkulation und den Zellstoffwechsel beeinflussen.

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Für Ihr Pferd

Unterstützung der natürlichen Regenerationsprozesse – und Entspannung: Viele Pferde reagieren sichtbar mit Abkauen, Kopfsenken und ruhiger Atmung.

Wichtig: PEMF ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Lahmheit, Verletzungen oder Erkrankungen gehört Ihr Pferd zuerst in tierärztliche Hände. HIPPOFLOW kann dann – in Absprache – ein sinnvoller Begleiter sein.

Geschichte & Forschung

Von der Raumfahrt in den Pferdestall.

Die Idee, den Körper mit Magnetfeldern zu unterstützen, ist alt. Die moderne PEMF-Forschung beginnt jedoch erst im 20. Jahrhundert.

  1. 1950er – 60er

    Elektrische Signale im Gewebe

    Erste wissenschaftliche Untersuchungen zu elektrischen Signalen in Knochen und Gewebe.

  2. 1970er

    PEMF in der Humanmedizin

    Forscher entwickeln PEMF-Geräte für die Humanmedizin.

    Quelle: Rajalekshmi & Agrawal, 2024
  3. 1979

    Zulassung in den USA

    Die US-Behörde FDA lässt PEMF zur Unterstützung bei verzögerter Knochenheilung zu.

    Quelle: Cadossi et al., 2020
  4. 1990er – 2000er

    Forschung der NASA

    Die Raumfahrtforschung beschäftigt sich mit Magnetfeldern, weil Astronauten außerhalb des Erdmagnetfelds Muskel- und Knochenmasse verlieren. Am Johnson Space Center entsteht ein PEMF-Verfahren zur nicht-invasiven Unterstützung von Knorpelgewebe.

    Quelle: NASA Technology Transfer, MSC-TOPS-96
  5. Heute

    Sport, Physiotherapie, Veterinärmedizin

    PEMF wird im Spitzensport, in Physiotherapiepraxen und zunehmend in der Veterinärmedizin eingesetzt.

  6. 2024

    HIPPOFLOW

    Entwicklung eines hochenergetischen PEMF-Systems speziell für Pferde – in Sandhausen bei Heidelberg.

Studien & Quellen

Was die Forschung sagt.

Damit Sie sich selbst ein Bild machen können: eine Auswahl wissenschaftlicher Arbeiten zu PEMF – aus der Veterinär- und der Humanmedizin, kurz zusammengefasst.

Pferd
Wilson, Kiger, Reynolds et al.
Journal of Equine Veterinary Science, 2025

Duration and efficacy of a single pulsed electromagnetic field (PEMF) therapy on lameness associated with osteoarthritis of the tarsus

Worum ging es?
Die Studie untersuchte bei Pferden mit Arthrose im Sprunggelenk, wie stark und wie lange sich eine einzelne PEMF-Anwendung auf die Lahmheit auswirkt.
Ergebnis
Bei sechs Vollblutstuten bewirkte eine 30-minütige PEMF-Anwendung (5 Hz) eine geringere Lahmheitsreaktion im Beugetest, wenn dieser eine Stunde nach der Behandlung stattfand (p = 0,03). Nach einem Tag oder einer Woche war kein Unterschied mehr messbar. Über alle Zeitpunkte zusammen zeigte sich nur ein Trend (p = 0,09). Die Gruppe war klein, die Autoren sprechen von einem kurzfristigen Effekt.
Zur Studie (DOI 10.1016/j.jevs.2025.105450)
Pferd
Matz, Alexander, Moore, Fedorka
Journal of Equine Rehabilitation, 2024

Evaluating the effect of pulsed electromagnetic field (PEMF) therapy on sole depth of the equine hoof: A pilot study

Worum ging es?
In einer Pilotstudie wurde untersucht, ob sich PEMF-Anwendungen auf die Sohlendicke des Pferdehufs auswirken.
Ergebnis
Die Pferde wurden 30 Tage lang dreimal pro Woche 10 Minuten behandelt (22 Hz) und mit unbehandelten Pferden verglichen. An einem Messpunkt des rechten Vorderhufs zeigte sich bei den behandelten Pferden ein Trend zu mehr Sohlendicke (p = 0,07), an den übrigen Messpunkten gab es keine Verbesserung. Die Autoren sehen darin einen möglichen leichten Nutzen und betonen, dass es sich um eine kleine Pilotstudie handelt.
Zur Studie (DOI 10.1016/j.eqre.2024.100010)
Mensch · Übersicht
Rajalekshmi & Agrawal
Journal of Orthopaedics and Sports Medicine, 2024

Energizing Healing with Electromagnetic Field Therapy in Musculoskeletal Disorders

Worum ging es?
Ein Übersichtsartikel über den Einsatz elektromagnetischer Felder bei Erkrankungen des Bewegungsapparats beim Menschen – einschließlich der Geschichte der Methode.
Ergebnis
Die Autoren sehen in PEMF eine vielversprechende, nicht-invasive Option, allein oder ergänzend zu anderen Therapien. Sie betonen zugleich, dass weitere hochwertige Studien nötig sind, um Parameter und Protokolle zu standardisieren.
Zur Studie
Grundlagen · Übersicht
Cadossi, Massari, Racine-Avila, Aaron
JAAOS Global Research & Reviews, 2020

Pulsed Electromagnetic Field Stimulation of Bone Healing and Joint Preservation: Cellular Mechanisms of Skeletal Response

Worum ging es?
Der Artikel fasst zusammen, über welche zellulären Mechanismen PEMF auf Knochen und Knorpel wirkt – etwa über bestimmte Rezeptoren an der Zellmembran.
Ergebnis
Die Autoren beschreiben, dass PEMF den Aufbau der Knochen- und Knorpelmatrix fördern und entzündungshemmende Effekte haben kann. Das Verständnis dieser Mechanismen soll helfen, geeignete Einsatzbereiche zu bestimmen.
Zur Studie

Die Studien beziehen sich auf PEMF allgemein und nicht auf HIPPOFLOW. Ergebnisse lassen sich nicht pauschal übertragen.

Mythen & Fakten

Was stimmt – und was nicht?

„Das ist wie ein Magnet in der Decke.“

Fakt: Statische Magnete und PEMF sind verschiedene Dinge. Erst durch das Pulsieren entsteht ein sich änderndes Feld, das im Gewebe wirken kann.

„PEMF heilt alles.“

Fakt: Nein – und wer das behauptet, sollte Sie skeptisch machen. PEMF kann natürliche Prozesse unterstützen. Es ersetzt weder Tierarzt noch Training oder gutes Management.

„Mehr Intensität ist immer besser.“

Fakt: Nicht unbedingt. Entscheidend ist das passende Zusammenspiel aus Frequenz, Intensität und Dauer. Deshalb arbeitet HIPPOFLOW mit zwei abgestimmten Modi.

„Ist das nicht gefährlich?“

Fakt: Es fließt kein Strom ans Tier, und das Gewebe wird nicht nennenswert erwärmt. Wie bei jeder Anwendung gibt es Situationen, in denen Sie HIPPOFLOW nicht einsetzen sollten – diese Gegenanzeigen finden Sie auf der Innenseite des Kofferdeckels.

„Mein Pferd merkt davon nichts.“

Fakt: Viele Pferde zeigen schon bei der ersten Anwendung Entspannungszeichen. Manche brauchen ein paar Anwendungen, um sich daran zu gewöhnen.

„Im Turniersport ist das verboten.“

Fakt: HIPPOFLOW ist dopingfrei und ADMR-konform. Im Competition-Modus liegt die Feldstärke innerhalb der FEI-Vorschriften.

Von der Theorie in den Stall

So wenden Sie HIPPOFLOW an.

Schritt für Schritt erklärt – von der ersten Anwendung bis zum passenden Rhythmus für Ihr Pferd.